Ringe

Der Ring ist ein Schmuckstück, aber genauso ist er das älteste bekannte Zahlungsmittel. Die ersten, geschichtlich dokumentierten Ringe waren aus Knochen, wahrscheinlich auch aus Holz und später dann aus unterschiedlichen Steinen geschnitzt, beispielsweise Bernstein oder Speckstein. Erst später wurden Ringe aus Edelmetallen gefertigt.

Der Ring als Zahlungsmittel ist vermutlich älter als 20.000 Jahre und ist somit ein Zahlungsmittel, welches vor den bekannten Münzen zum Handel verwendet wurde. Die unterschiedlichen Kulturen entwickelten im Laufe der Zeit ganz eigene Bedeutungen; Wert und Relevanz eines Ringes veränderten sich im geschichtlichen Hergang. Beispielsweise sind Ringe zu Herrschaftssymbolen auserkoren worden, oftmals war der Rang eines Adligen an der Größe seines Ringes zu messen. Große und schwere Siegelringe waren Würdezeichen und Wahrzeichen der Macht. Auch wurden Ringe als Heilmittel verwendet, sie wurden mit Essenzen getränkt oder aus wertvollen Heilsteinen gefertigt. Im Gegensatz dazu ist der Giftring seit dem Altertum ein beliebtes Transportmittel für kleine Mengen hochwirksamen Giftes. Durch einen verborgenen Mechanismus konnte der Inhalt unauffällig in das Getränk oder auf die Speise des Feindes gegeben werden; manchmal wurde es allerdings auch dazu benutzt, sich selber zu töten und so aus einer ausweglosen Situation zu entkommen.

Auch werden Ringe als Zeichen einer Zugehörigkeit getragen, etwa zu einer bestimmten religiösen Gemeinschaft oder einer Handwerksgilde. Daumenringe wurden von Bogenschützen zum Schutz des Daumens getragen. In Amerika hat sich seit 1835 der Brauch der Jahrgangsringe durchgesetzt. Diese werden mittlerweile von allen Militärakademien ausgegeben und bezeugen so den erfolgreichen Abschluss, etwa eines Offizierslehrganges. Seit September 2000 wird ein solchen Jahrgangsring auch an einer deutschen Offizierschule vergeben: An der Offiziersschule des Heeres in Dresden. 2006 wurde die offizielle Trägerzahl ermittelt und belief sich auf 4656.

Die bekannteste Form eines Ringes ist sicherlich der Ehe- oder Trauring. Schon in der Antike trugen Römer und auch die Ägypter einen solchen Ring am Ringfinger der linken Hand zum Zeichen einer ehelichen Verbindung. Warum es ausgerechnet dieser Finger war ist in dem Glauben verankert, dass eine Ader von diesem Finger zum Herzen führt. Bei den Römern galt der Ehering als Bestätigung, dass die Mitgift übergeben wurde. In einigen östlichen Ländern ist es üblich den Ehering am Ringfinger der rechten Hand zu tragen. Der Trauring gehört etwa seit dem 13. Jahrhundert zum Ritus einer Eheschließung. Zwei ineinander verschlungene Ringe symbolisieren die Unendlichkeit der Verbindung; sie können nicht getrennt werden ohne Schaden zu erleiden.

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