Diamanten

Ein Diamant ist das widerstandsfähigste Material der Erde; er wird mit dem Härtegrad 10 bezeichnet. Er ist ebenfalls ein Mineral mit der höchsten Wärmeleitfähigkeit aller bekannten Stoffe. Ein reiner Diamant ist farblos, unterschiedliche Farbeffekte kommen durch Verunreinigungen zustande. Das Gewicht eines Diamanten wird in Karat gemessen: Ein Karat ist 0,2 Gramm.

Die Gewinnung der Diamanten wird meist im Tagebau, bei tieferen Minen auch im Untertagebau betrieben. Dabei wird das umgebende Gestein zermahlen, die Diamanten bleiben unversehrt. Auch kommen Diamanten im Meeresboden vor, der ertragsreichste Meeresabbau wird vor der Südwestküste Namibias betrieben. Dort werden spezielle Schiffe eingesetzt um die Edelsteine aus den Schwemmböden zu waschen. Die Naturdiamanten werden derzeit in einer Menge von etwa 20 Tonnen jährlich gefördert; der industrielle Bedarf liegt aber weit höher. Deshalb werden etwa 80% der Industriediamanten künstlich, also synthetisch, hergestellt.

Durch seine große Härte kann ein Diamant nur mit einem Diamanten geschliffen werden. Hierbei hat der Diamantstaub immer eine größere Härte als der ganze Stein. Dies kommt von den verschiedenen Kristallrichtungen, die stets eine unterschiedliche Härte aufweisen. Bei Diamantstaub agieren stets die härtesten Kristalle mit dem zu bearbeitenden Stein und können ihn so formen. Der Wert eines solchen Edelsteins kann beträchtlich steigen, wenn er richtig geschliffen ist und eine optimale Facettierung aufweisen kann. Ein Diamantschleifer muss vor dem ersten Schliff stets erkennen, in welcher Richtung die Kristalle laufen und die Facetten am besten anzubringen sind. Dies erfordert ein hohes Maß an Erfahrung und Können. Diamanten sind zwar sehr hart, aber dennoch löslich in entsprechenden Metallschmelzen mit Kohlenstoff auflösenden Metallen. Der Name des Steins kommt aus der spätlateinischen Sprache und bedeutet: Unbezwingbar.

Am gewinnträchtigsten sind die Edelsteine in der Schmuckherstellung. Eine weitere, wirtschaftliche Bedeutung haben sie aber als Bohr- oder Schneidwerkzeuge von hoher Präzision, wie etwa dem Hochgeschwindigkeitsschneiden und -fräsen. Auch sind diamantbesetzte Skalpelle für die hohe Schneidgenauigkeit bekannt. Höhere Schaltgeschwindigkeiten können durch den Einsatz von diamantbesetzten Supraleitern erreicht werden, denn die Diamanten erhitzen sich nicht und sind deswegen extrem formstabil. Elektroden mit Diamantbeschichtung können in sehr aggressiven Umfeldern eingesetzt werden, beispielsweise in Abwässern oder in Prozesswässern. Der Einsatz von diamantbesetzten Silizium-Wafern in der Halbleiterindustrie führt zu einer optimalen Kühlung bei hochwertigen, elektronischen Schaltungen.

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